Folge 1

Folge 1

Morgenstimmung Steiermark

Steiermark

Mancher Morgen zeigt uns die Welt in einer Vollkommenheit, die alles enthält:
Anmut und Friede, Ruhe und Würde, Freiheit und Liebe. 
Eine Schönheit, die nur die Seele in ihrer ganzen Größe erfassen kann.

Meister Eckhart: „Wäre das Wort Danke das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen.“

Kirche St. Georg Sternberg bei Villach

Kärnten

Ein winziger Ort unweit vom Wörthersee mit nur 66 amtlich vermerkten 66 Einwohnern, aber einer bemerkenswerten Kirche.
Tief aus dem Mittelalter stammt sie, und alle großen Kunstepochen haben ihre Spuren in St. Georg zu Sternberg hinterlassen.
Der Turm erzählt von der Romanik, die Fenster von der Renaissance, die Zubauten vom Barock und der Zwiebelhelm überhaupt erst vom 19.Jahrhundert.

Traktor im Nebel bei Kaumberg

Niederösterreich

In den Hügeln östlich von Hainfeld.

Wer weiß des morgens schon,
ob sein Weg des Abends noch derselbe sein wird?
Wer weiß des morgens schon,
ob er selbst des Abends noch derselbe sein wird?
Der großen Angst vor dem Scheitern
den eigenen kleinen Mut entgegensetzen und
die Unermüdlichkeit des Schritt für Schritt.
Und dabei stets daran denken:
Nicht das Beginnen wird belohnt,
sondern einzig und allein das Durchhalten.

Ennstal Stainach Irdning Morgennebel

Steiermark

Wunderschön, der Blick aufs Ennstal im Morgennebel. So ruhig, so beschaulich liegt‘s da.
Dieses Tal hat ja das Schicksal, dass man eigentlich immer nur durchfährt und nie stehen bleibt. Das war schon immer so, es ist die Lebensader der Steiermark, aber auch die Verkehrsader über Jahrhunderte gewesen.
Dabei gäb‘s viel zu Entdecken: Gehen Sie Mal nach Pürgg und bleiben Sie dort, am besten den ganzen Tag sitzen. In einem von den Gasthäusern. Lassen Sie sich bewirten, sitzen Sie in der Sonne und genießen Sie die uralte Architektur dieses kleinen Dörfchens.
Und gleich ums Eck, da wär dann noch das Schloss Trautenfels zu besichtigen. Ein imposantes, kleines Gebäude und trotzdem so signifikant für diesen Abschnitt des Tals.
Wenn die Jetpiloten aus Zeltweg aufbrechen, um ihre super-Überschallflüge Richtung Grimming zu machen, kriegen die gar nichts mit, von der Beschaulichkeit dieses Ortes.
Sie glühen über das Tal, schnell hin und wieder zurück. Wir lassen uns heute Zeit und genießen den Blick, in dieses weite Tal, das ich eigentlich am liebsten kreuz und quer durchwandern möchte.

Schönbühel Schiff

Niederösterreich

Durch die Wachau zu fahren heißt auch, vorüber zu fahren an hunderten Jahren Geschichte und Geschichten.
Wie hier in Schönbühel.

Vorwitzig thront das Schloss auf seinem Felsen, 36 Meter hoch über der Donau.
Seine dicken Schlossmauern und unterirdischen Verließe erzählen von den Raubrittern, die einst in der Wachau ihr Unwesen trieben.
Denn die Schiffe und ihre Fracht waren in dem engen Tal leichte und begehrte Beute.

Heute dagegen wird die Wachau vor allem von Touristen heimge… äh besucht.

Wien Süd-Ost-Tangente Praterbrücke

Wien

Sie gehört zu Wien wie das Riesenrad und findet sich dennoch in keinem Reiseführer: Die Tangente. Mit vollem Namen Südosttangente, offiziell A23.

Ein notwendiges Übel.
Notwendig, weil wichtige Verkehrsachse von Süden nach Osten und weiter in den Norden.
Übel, weil viel gestaut und vielbeschimpft.
Die kürzeste Autobahn Österreichs ist gleichzeitig die meistfrequentierte.
Bis zu 170.000 Fahrzeuge befahren täglich die 18 Kilometer Straße, oder machen sie zum größten Parkplatz Österreichs.
Je nachdem.
Stadtautobahn wird zur Stadtstaubahn.

Wien Aspern

Wien

Auf einem ehemaligen Flugplatz zwischen Donau und Marchfeld entsteht ein neuer Wiener Stadtteil.
Rund um einen künstlich angelegten Seewächst eine kleine, funktional eigenständige Stadt heran.
Wenn 2028 alles fertig sein wird, sollen hier 20.000 Menschen leben und arbeiten.

Die Seestadt Aspern, so ihr offizieller Name, ist zugleich ein Versuchslabor.
Hier werden neue Konzepte für Wohnen, Energienutzung oder Mobilität getestet. Kurzum eine smart city.

Sogar bei den Straßennamen ist die Seestadt anders. Denn hier sind sie meist weiblich, um an bedeutende Frauen zu erinnern.
Man kann es innovativ nennen. Oder überfällig.

Schloss Neuhaus

Oberösterreich

Dort, wo die Große Mühl in die Donau mündet, liegt Schloss Neuhaus.

Im 14. Jahrhundert lebten hier die Schaunberger, echte Raubritter.
Sie kontrollierten den Schiffsverkehr auf der Donau und scherten sich wenig um die Herrscher in Wien.
Wie wenig kann man bis heute am mächtigen Bergfried von Schloss Neuhaus sehen.
An seiner östlichen Ecke, also der, die in Richtung Hauptstadt weist, zeigt ein steinerner Wasserspeier sein… nun ja jedenfalls nicht sein Antlitz.

Marchegg

Niederösterreich

Das Land im Nordosten von Wien hat zahlreiche Schlachten und Eroberungen erlebt.
Deshalb wurde im 13. Jahrhundert die Stadt Marchegg als Bollwerk an der Grenze zu Ungarn gegründet und an der am meisten gefährdeten Ecke der Stadtmauer eine Stadtburg errichtet.
Von ihrem damaligen Aussehen ist nichts mehr erkennbar. Im Barock wurde die Burg zum Jagdschloss. Dieses Aussehen hat es bis heute, doch der einstige Glanz ist fast verschwunden.
Im zweiten Weltkrieg wurde es schwer zerstört und das Inventar geplündert. Nur der Blick auf die verwunschene Auenlandschaft der March ist immernoch derselbe.

Mariazell

Steiermark

Der bedeutendste Wallfahrtsort hierzulande ist Mariazell.
Seit hunderten Jahren kommen Pilger zu der wundertätigen Marienfigur, die der Benediktinermönch Magnus im Mittelalter hierher gebracht hat.

Die Habsburger Herrscher stellten Österreich unter den besonderen Schutz der Madonna, erklärten sie zur Magna Mater Austriae, der großen Mutter Österreichs und Mariazell zum Reichsheiligtum.
Auch wenn die Bedeutung der Gottesmutter für Österreich nicht mehr dieselbe sein mag wie einst, sorgt sie weiterhin gut für die Mariazeller. Denn der Wallfahrtstourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig für die Region.

Altausseersee Spiegelung

Steiermark

Im Herbst, wenn das Jahr leise zum Winter wird,
beschert es Dir Tage schön wie ein Abschiedsgeschenk.
Gnadentage, bevor die Dunkelheit kommt.

Dann werden die Farben noch einmal ganz tief, bevor sie verlöschen
und der Altausseer See so klar, als könnte man nicht nur durchs Wasser schauen,
sondern auch durch die Zeit und hinein tauchen,
wie in die eigene Seele, um auf dem Grund
die Antwort auf alle Fragen zu finden.

Waldviertel Rosenburg

Niederösterreich

Von ihrem Felsen aus überblickt die Rosenburg das Kamptal und das Horner Becken.

Errichtet wurde sie im 12. Jahrhundert, um die Grenze nach Norden zu sichern.

Im 17. Jahrhundert gestaltete man sie zum Renaissanceschloss um, mit 13 Türmen und einem Turnierhof, in dem freilich nie ein Turnierstattgefunden hat.
Denn zu dieser Zeit hatten schon längst friedliche Karussellspiele den ritterlichen Kampfsport abgelöst.

Straden

Steiermark

Jetzt zeig ich Ihnen was ganz Besonderes. Ein Stück Steiermark, das noch nicht jeder kennt: Den Stradner Kogel mit seinen typischen Kirchtürmen.
Den sieht man schon von weitem. Wenn man von Bad Gleichenberg Richtung Süden fährt, nach Bad Radkersburg, dann steht er da, dieser typische Kogel.
Und der, der hat einiges zu bieten. Dort hab‘ ich ihn kennengelernt, den steirischen Wein.
Und das ist nicht DER steirische Wein, den jeder kennt. Das ist der geheime steirische Wein, nur für Leute, die das Besondere zu schätzen wissen.
Und zum Wein wird im Vulkanland der Schinken serviert, der Essig kredenzt, der Schnaps gebrannt und die Schokolade gekocht.
So kulinarisch ist dieses besondere Eck der Südoststeiermark. Und wer sich daher bewegt, der mag eigentlich so schnell nimma weg.

Grünersee

Steiermark

Wenn man an der Südseite vom Hochschwab durch das Lamingtal wandert, ganz bis zum Talschluss, kommt man zum Grünen See.
Was für ein schlichter Name für so einen geheimnisvollen Ort!

Seine Magie entfaltet er vor allem im Frühjahr, wenn der Schnee im Gebirge schmilzt. Dann steigt sein Wasserspiegel.
Wanderwege, Wiesen und Bäume verschwinden und werden zu einer faszinierenden Unterwasserwelt.
Bis zu zehn Meter ist der Grüne See dann tief, und weil sein Wasser glasklar ist, könnte man bis zu 50 Meter weit sehen.
Könnte, denn seit 2016 ist das Tauchen hier verboten.

Schönbrunn Collage

Wien

1779 ließ Kaiserin Maria Theresia den Schlosspark von Schönbrunn für das Volk öffnen.

Im Sinne des Barocks ist er bis heute eine opulente Inszenierung, in der die Besucher Darsteller und Publikum zugleich sind:
Mit exotischen Pflanzen im großen Palmenhaus oder verschlungenen Blumenbändern in kunstvollen Mustern.
Mit Spazierwegen, die zu Flanierwegen werden, manchmal freilich auch zu Irrwegen,
oder hinauf zur Gloriette führen, die mit ihrer feinen Silhouette eine Wiese krönt, die bis auf das Zickzack der Wege leer ist.
Denn was wäre ein Theaterstück ohne Pause?
Bevor der Zauber des Schlosses selbst die Besucher erneut in Staunen versetzt.

OMV Raffinerien

Niederösterreich

Die ersten Raffinerien in Wien entstanden vor etwa 150 Jahren. Das Rohöl kam damals per Bahn aus Galizien.

1938 wurde die Raffinerie Schwechat als NOVA Öl- und Brennstoffgesellschaft AG errichtet, nach dem zweiten Weltkrieg zunächst von der Sowjetunion betrieben und 1955 ins Eigentum der Republik Österreich übernommen.

Heute ist sie eine der größten Binnenraffinerien in Europa, und nicht einmal ein Prozent des Rohöls kommt noch per Bahn nach Schwechat.

Schladminger Tauern Bergrücken westlich Sölkpass

Steiermark

Sind es tatsächlich Wolken, die über die Schladminger Tauern ziehen? Oder ist es der Rauch aus den Hütten von fleißigen Geistern?
Jetzt, wo die Senner mit dem Vieh die Almen verlassen haben, bleiben nur die Kasmandln hier oben zurück.
Jetzt haben sie Zeit, den Käse für ihren eigenen Wintervorrat zu machen.
Warum soll es bei Geistern auch anders sein?

Schesaplana

Vorarlberg

Das ist jetzt fast schon ein schaurig schöner Anblick: Die Schesaplana, ganz in der Nähe von meinem Geburtsort, Bludenz.
Richtung Schweiz ist es nur ein Hüpfer und man sieht diesen ungewöhnlichen Berg mit seinen vertikalen Gesteinsplatten aufragen bis fast 3.000 Meter hoch.
Und dort im Schatten dieses Berges, im Brandnertal, da hab‘ ich das Skifahren gelernt als Kind.
Jeden Sonntag ist mein Vater mit mir und meinen drei Schwestern nach Brand zum Skifahren gefahren.
Über uns die Schesaplana, unter uns das Brandnertal und die ersten kurzen Latten.
Und die Eindrücke, die waren so stark für uns als Kinder, dass meine kleine Schwester eines Tages, mitten im Hochsommer,
ihre Ski angeschnallt hat und zu meinen Eltern gesagt hat: „I gang in Brand go skifahra!“
Auf die Schesaplana hinauf hat‘s uns nie gezogen. Das ist doch ein wenig zu bedrohlich für ein kleines Kind.
Aber im Schatten dieses Berges das Skifahren zu erlernen, das hab‘ ich nie vergessen.
Aufs Gipfelkreuz schaff ich‘s heute ganz sicher nur mit dem Flugzeug, aber da ist es dafür umso schöner.
Und gleich da hinten, da ist auch schon die Schweiz.

Pasterze unterhalb vom Hufeisenbruch

Kärnten

In der eisigen Welt am Großglockner.

Der höchste Berg von Österreich besitzt mit der Pasterze auch den größten Gletscher unseres Landes.

Der Name Pasterze kommt möglicherweise vom slowenischen Wort „pastir“, dem Hirten, weil das Gebiet einst Weideland war.
Und wer weiß, womöglich wird es das auch bald wieder sein.
Denn so wie der Gletscher vor wenigen Jahren noch aussah, sieht er heute schon längst nicht mehr aus.

Gletscherfahrt Pitztaler Gletscher

Tirol

In der Nähe vom Alpenhauptkamm.

Fernsteinsee

Tirol

Im Winter schimmert er in tiefem Blau, im Sommer smaragdgrün: Der Fernsteinsee.
Es heißt, er sei einer der schönsten Alpenseen und ein ganz besonderes Tauchrevier.
Tauchen darf jedoch nur, wer über ein bestimmtes Maß an Erfahrung verfügt und mindestens zwei Nächte in dem Hotel verbringt, zu dem er gehört.
Denn wer glaubt, dass der See einsam und abgeschieden liegt, irrt.
An seinem Ufer verläuft die Fernpass-Bundesstraße, eine der wichtigsten Verbindungen von Deutschland nach Italien.
Idylle ist manchmal nämlich weder einsam noch unbeschränkt zugänglich.

Jagdhausalm

Tirol

Im Defereggental, wo jetzt eine dicke Schneeschicht die Hänge bedeckt, liegt eine der ältesten Almen von Österreich: Die Jagdhausalm.

Schon im Mittelalter gab es hier sechs Höfe, damals noch ganzjährig bewirtschaftet.
Heute sind es 16 Steinhäuser und eine Kapelle, die alle unter Denkmalschutz stehen.
Die Häuser dienen gleichzeitig als Stall, Vorratslager und Behausung der Senner.

Von Juni bis September werden hier alljährlich 350 Rinder und 70-80 Schafe gealpt, von 15 Bauern aus Südtirol.
Doch nun hat der Winter die Alm in Stille und Einsamkeit gehüllt, bis Mensch und Vieh im Frühsommer zurückkehren.

Nauders

Tirol

Fährt man vom Ortszentrum in Nauders nach Süden, ist man fünf Kilometer später in Italien.
Fährt man nach Osten, steht man nach acht Kilometern am Ufer des Inn, der hier die Grenze zur Schweiz bildet.
Luftlinie wäre es noch kürzer.

Schon in der Antike war Nauders Zollstätte an der römischen Via Claudia Augusta über den Reschenpass.
Als dann die Straße über den Brenner als Handelsroute ausgebaut wurde, verlor der Ort seine Bedeutung als Grenzort.
Heute lebt er vom Sommer- aber mehr noch vom Wintertourismus. Auf rund 1.500 Einwohner kommen 4.200 Gästebetten.

Gosaukamm Umkreisung

Salzburg

Mit dem wildgezackten Gosaukamm grenzt Salzburg an Oberösterreich.
Seine schroffen Spitzen wetteifern um die Höhe.
Jede von ihnen ist umrankt von Legenden. Doch keine einzige der Erzählungen ist sanft, lieblich oder hat einen guten Ausgang.
Gerade so, wie es dem Gosaukamm zu Gesicht steht.
Er ist ein Teil vom Dachsteinmassiv und die Kräfte der Natur haben ihn geformt.

Nicht nur Stürme sollen um den Gosaukamm herum toben, sondern auch Teufel und wilde Jagden.
Sogar drachenartige Tiere mit Katzenköpfen, im Volksmund Bergstutz oder Tatzelwurm genannt,
will man hier schon gesehen haben, wenn die Sonne versinkt und die Schatten ein Eigenleben bekommen.