Folge 3

Folge 3

Nebelhügel bei Klein-Mariazell

Niederösterreich

Das Pilgern ist eine uralte Tradition. Von der via sacra, dem Heiligen Weg, von Wien nach Mariazell weiß man, dass er schon mehr als 800 Jahre alt ist.

Warum Menschen auf Wallfahrt gehen, ist ganz verschieden.
Manchmal, um zu bitten, manchmal um zu danken.
Manchmal, um Gott und manchmal, um sich selbst zu finden.
Und manchmal nur, um die Schönheit der Welt zu sehen.

Schloss Wallsee

Oberösterreich

Ein Schloss, so schmuck, als wäre es gerade erst gebaut worden für eine Spielzeuglandschaft.
Der älteste Teil von Schloss Wallsee stammt jedoch aus dem Mittelalter.
Und vermutlich stand sogar schon in der Antike ein römisches Kastell auf diesem Hügel oberhalb der Donau nordwestlich von Amstetten.
Der markante Bergfried schaut mit seiner Uhr und seinem Helm wie ein Kirchturm aus.
Beides erhielt er im 19. Jahrhundert, als die Habsburgerhier einzogen: Sisis Lieblingstochter Marie Valerie und Erzherzog Franz Salvator.
Ihre Nachfahren bewohnen das Schloss bis heute.

Araburg

Niederösterreich

Es ist ein weiter Blick, den man von hier aus über das Triestingtal hat, manchmal sogar bis zum Schneeberg.
Wie der Blick des Adlers. Und so heißt die Burgruine bei Kaumberg auch Adlerburg, oder vielmehr: Araburg.

Jahrhundertelang bot sie der Bevölkerung Schutz vor Angreifern, bevor sie während der zweiten Türkenbelagerung zerstört wurde.
800 Meter Höhe sind vielleicht nicht spektakulär, machen sie aber trotzdem zur höchstgelegenen Burg von Niederösterreich.

Zwettl mit Stift

Niederösterreich

Im nördlichen Waldviertel, wo die Zwettl in den Kamp mündet, formen die beiden Flüsse einen engen Bogen, in den sich seit dem Mittelalter eine Stadt schmiegt: Die Stadt Zwettl.

Von hier schlängelt sich der Kamp weiter in Richtung Donau und formt nordöstlich der Stadt den nächsten Bogen für das Stift Zwettl.
Im 12.Jahrhundert wurde es von Zisterziensermönchen gegründet. „Swietla“ ist der slawische Begriff für „Licht“, denn die Glaubensbrüder errichteten das Stift auf einer Lichtung.

Feuerkogel

Oberösterreich

Eines der schönsten Aussichtsplatzln im Salzkammergut ist das Plateau des Feuerkogels, einem Ausläufer des Höllengebirges, westlich von Ebensee.
Schon seit 1927 führt eine Seilbahn hier herauf.
In der Presse wurde sie damals als kühnste Seilbahn Europas bezeichnet, weil sie im unteren Abschnitt 1400 Meter ohne Stütze überquert.

Heute bringt sie Wanderer und Skifahrer in nur sieben Minuten von der Talstation zum Gipfelplateau.
Wenn nicht gerade der Wind weht.
Wegen der ausgesetzten Lage werden vor allem bei atlantischen Stürmen Spitzengeschwindigkeiten gemessen.
Mit weit über 200 km/h.

Traunstein Gipfel

Oberösterreich

Über dem hellen Wolkenmeer, an einem dieser Tage, wenn das Weiß des Winters schon mit leichter Hand die Berge berührt hat und mit dem Grün
von Fichten und Latschen spielt, schauen hier oben am Traunstein zwei Hütten in diesen kaltklaren Morgen: Die Gmundner Hütte und das Traunsteinhaus.
Sie sitzen auf den Schultern des Wächters vom Salzkammergut und blicken über den Traunseee und das Tote Gebirge bis zum Dachstein und weit in die Ewigkeit.

Schloss Kammer

Oberösterreich

Trotzig blickt Schloss Kammer über den Attersee.
Im Mittelalter wurde es auf einer Insel als Wehrburg erbaut, nur durch einen Steg mit dem Land verbunden.
Erst im 18. Jahrhundert erhielt es die beiden Seitenflügel, die ihm ein Stück Leichtigkeit verleihen.

Mag sein, dass einem das Schloss eigenartig bekannt vorkommt. Durchaus möglich.
Denn Gustav Klimt hat es in zahlreichen Bildern verewigt.

Bregenzerwald Richtung Hoher Freschen

Vorarlberg

Jetzt steigen wir auf, hinauf in den Bregenzerwald. Ein Sehnsuchtsort meiner Kindheit.
Irgendwo gleich da drüben liegt Sibratsgfäll. Da war das Wirtshaus vom Onkel.
Da ist man hingefahren zum „Käsknöpflä essa ufs Bödele. Odr zum wandra go.“
Und es war die schönste Herbstzeit, die man sich als Kind nur erträumen konnte.
Eigentlich heißt‘s ja, der Bregenzerwald und das Waldviertel, die seien geologisch ähnlich.
Das stimmt vielleicht auf den ersten Blick und ganz unten. Aber, je mehr man sich dann dem
Hohen Freschen nähert, desto klarer wird: Der Bregenzerwald, der hat mindestens zwei Gesichter.
Das eine, das liebliche, die Almen, die Architektur, die Bauern.
Und das andere, das ist das Eck vom Bregenzerwald, wo der Arlberg schon rüber schaut und die Berge immer
höher werden, wo die Winter immer härter werden und wo die Straßen immer öfter gesperrt sind im Winter.
Das gibt’s dann kein Durchkommen von einem Eck im Ländle zum anderen.
Der Bregenzerwald, der ist manchmal im Winter fast ganz für sich allein.

Westliches Rofangebirge

Tirol

Täusch Dich nicht in mir, sagt das Rofangebirge, auf seiner Südseite.
Auf der, die zum Achensee schaut, wo Rinder und Schafe weiden.
Schaut man auf die Nord- oder Ostseite vom Rofan, weiß man warum.
Wie Klippen fallen die Felswände dort ab. Bis zu 450 Meter tief.
Rinder und Schafe haben hier keine Freud. Aber die Kletterer.

Pürgg

Steiermark

Auf einer Geländestufe über dem Ennstal liegt der kleine Ort Pürgg.
Was einem sofort ins Auge fällt, ist die romanische Pfarrkirche zum Heiligen Georg.
Weitaus interessanter jedoch ist das Kirchlein auf dem Hügel oberhalb vom Ortszentrum: Die Johanneskappelle.
Sie ist berühmt für ihre mittelalterlichen Fresken, die zu den schönsten Wandmalereien in Europa zählen.
Darunter Verzierungen, die aus dem Wort „Allah“ geformt sind und Bilder eines Krieges zwischen Katzen und Mäusen.
Vermutlich das Zitat einer Fabel von Äsop. Genaues liegt im Dunkel der Geschichte.
Doch wer mit alldem nichts anzufangen weiß, kann hier oben einfach den hellen Tag sowie den Blick auf Schloss Trautenfels und den Grimming genießen.

Ybbs Persenbeug mit Donau KW

Niederösterreich

Der Strudengau hat seinen Namen nicht von ungefähr.
Verborgene Wasserstrudel und eine hohe Fließgeschwindigkeit in diesem Abschnitt der Donau machten die Schifffahrt gefährlich.
Um die Strecke zu entschärfen und gleichzeitig die Kraft der Donau zu nutzen, wurde 1959 das Kraftwerk Ybbs Persenbeug errichtet.
Es gilt als ein Symbol für den Wiederaufbau von Österreichnach dem Zweiten Weltkrieg und war hierzulande das erste Wasserkraftwerk an der Donau.
Seine Staumauer ist zugleich Brücke von Ybbs am südlichen Flussufer nach Persenbeug mit seinem imposanten Schloss.

Arlbergpass Stromleitungen

Tirol

Die Zeit, als der Arlberg eine einsame Bergregion war, ist längst Geschichte.
Heute tummeln sich auf den Pisten von St. Anton, St. Christoph, Lech und Langen zigtausende Wintersportler pro Tag.
So viele wie in einer Kleinstadt.
Es braucht Strom für ihre Beherbergung, Verpflegung, ihren Transport und nicht zuletzt für das Beschneien der Pisten.
Energie ist die Währung des Wohlstands. Und die Natur häufig ihr Preis.

Lenzing

Oberösterreich

Über den gleichnamigen Ort weiß man fast nichts, das Unternehmen ist dagegen weltweit bekannt: Lenzing.
1892 erwarb ein Industrieller aus Ternitz eine Mühle im Hausruckviertel, wo aus Alttextilien handgeschöpftes Papier gemacht wurde.
Er erweiterte sie um eine Zellulosefabrik, und mit der Zeit wurde der Betrieb immer größer und bedeutender.
Im Dritten Reich begann man mit der Produktion von Zellwolle, auch bekannt als Kunstfaser oder Viskose.
Heute heißt das Unternehmen schlicht Lenzing AG und stellt aus Holz verschiedenste Arten von Spezialfasern her.

Sacherl Oberösterreich (kleiner Gutshof)

Oberösterreich

Jeder Teil von Oberösterreich hat ja auch so sein Typisches.
Im Ennstal drüben, da sind‘s eher die Heuhüttln, südlich von Bad Hall sind‘s mal die prächtigen, großen Vierkanthöfe oder auch, so wie dieser, die kleinen bescheidenen Sacherln.
Aber eigentlich, warum nicht mal da einen Sommer verbringen? Ein bisschen einfach nur sein und spüren wir das so wär‘: Das Aussteigen, das Wegbleiben, das langsam Leben.
Auf so einem Sacherl mit Blick ins Alpenvorland, das könnte ich mir schon vorstellen. So ein, zwei Monate im Sommer, zur Ernte und dann wieder zurück ins normale Leben.
Und ein bisschen was von der Ruhe mitnehmen von diesem schönen Land.

Mödling

Niederösterreich

Mödling gilt nicht umsonst als Biedermeier-Stadt, haben hier doch eine ganze Reihe von romantischen Künstlern gelebt und gewirkt.
Franz Schubert komponierte hier, Ferdinand Raimund schrieb, und natürlich wirkte hier auch Ludwig van Beethoven, der der Stadt mit seinen Mödlinger Tänzen ein musikalisches Denkmal gesetzt hat.

Wien Döbling

Wien

Wien und der Wein. Die beiden verbindet viel mehr als nur der Klang.
Schon die Kelten haben hier Wein angebaut, die Römer brachten neue Methoden, und im Mittelalter erstreckten sich die Weingärten bis in die Innenstadt.
Wein war bevorzugter Durstlöscher. Auch, weil das Wiener Wasser damals längst nicht so rein war wie heute.
Heute ist Wien weltweit die Stadt mit der größten Weinproduktion.
Insgesamt 145 Rieden liegen innerhalb der Stadtgrenzen. Der Großteil davon im Bezirk Döbling.

Therme Blumau

Steiermark

Der Künstler Friedensreich Hundertwasser war für seine bunten Bauwerke bekannt.
Ein Thermenhotel ist auch dabei. Nördlich von Fürstenfeld, in Bad Blumau, hat er es in das steirische „Hügelwiesenland“ eingepasst.
Nach nur vier Jahren Bauzeit wurde es 1997 eröffnet.
Typisch für Friedensreich Hundertwasser sind natürlich die begrünten Dächer und die tanzenden Fenster.
2.400 gibt es in Bad Blumau und keines gleicht dem anderen.

Spullersee Lechquellengebirge

Vorarlberg

In einem Seitental des Lechtals liegt der Spullersee. 

Auf den ersten Blick ist er ein idyllischer Bergsee auf 1800 Metern.
Tatsächlich wurde er jedoch künstlich angelegt, und ohne ihn würde die Arlbergbahn nicht fahren.
Denn er ist Speicher für das Kraftwerk Spullersee, das den Strom für die Bahn erzeugt.

1919 wurden Kraftwerk und Stausee errichtet. Zu dieser Zeit eine technische Pionierleistung und vermutlich
hat damals niemand gedacht, dass sie noch hundert Jahre später unverändert ihren Dienst tun würden.

Lechquellengebirge

Vorarlberg

Von meiner Geburtsstadt Bludenz aus ist es nur ein Katzensprung oder ein kleiner Hüpfer mit dem Flugzeug ins Lechquellengebirge.
Und dort, im Schatten dieser mächtigen Felsen, da sind wir mit Oma und Opa Schwammerl suchen gewesen.
Der Opa hat gesagt: „A bitzele sunnig, a bitzele schattig. A bitzele mosig und a bitzele feucht. Und den sind sie do d’Pfifferling.“
Und Mit vollen Körben, voller Pfifferlinge, Heidelbeeren, Preiselbeeren und Zundernwipfeln is‘ man nach einem langen Sonntag aus dem Lechquellengebirge abgereist.
Im Sommer ein Erlebnis, im Winter eine Gefahr.
Aber ein unvergesslicher Eindruck zwischen Bludenz und dem Arlberg. Das prächtige Gebirge, das sich da aufbaut aus dem Klostertal.
Mit dem Flugzeug ist das bequem, zu Fuß, das muss man mögen. Der Blick belohnt für alles.

Skiflugschanze am Kulm

Steiermark

Hinter dem Kulmkogel ragt der Grimming auf. Wer hier die Skiflugschanze hinunterspringt, hat ihn jedenfalls im Rücken.
Bis zum Umbau 2014 war sie die weltgrößte Naturschanze. 1950 fand die erste Sprungkonkurrenz am Kulm statt, mit Weiten bis zu 96 Metern.
Mittlerweile liegt der Schanzenrekord bei 244 Metern.

Statt hinunterzufliegen, kann man allerdings auch hinauflaufen. Bei einem Sprintwettbewerb.
Vom Ende des Auslaufs bis zum Absprung. 400 Meter, 140 Höhenmeter, knapp 75 Prozent Steigung.

Totes Gebirge Umkreisung

Steiermark

Im Toten Gebirge, zwischen Warscheneck und Hochmölbing, an einem Herbsttag, der so klar ist, dass der Blick nach
Osten bis zum Gesäuse und über das Ennstal schweifen kann, die Tauern entlang bis zu den Gipfeln vom Dachstein.
Unter den ersten, die dieses Gebiet erkundet und dokumentiert haben, war Erzherzog Johann.
In seinem Tagebuch notierte er eine Liebeserklärung an die Berge:
„Jeder Gedanke an die große Welt, jeder Kummerschwindet hier. Frei ist der Atem und man denkt sich auch frei, da man so hoch über die übrigen erhoben ist.“

Schneeberg Annäherung

Niederösterreich

Man kann nicht unbedingt behaupten, der Schneeberg sei besonders markant.
Verglichen mit anderen Bergen wirkt er sogar fast ein wenig unscheinbar.
Aber wie das mit dem Unscheinbaren so ist, man muss nur einfach genauer hinschauen, um das Faszinierende zu entdecken. 

Mit 2076 Metern ist der Schneeberg der östlichste Zweitausender in den Alpen.
Seine Dominanz beträgt 50 Kilometer, was bedeutet, dass er nicht nur der höchste Berg von Niederösterreich ist,
sondern zugleich die höchste Erhebung im Umkreis von 50 Kilometern. Und das schafft in Österreich außer ihm nur der Großglockner! 

Statt einem Gipfel besitzt er obendrein gleich zwei, verbunden mit einem sanften Kamm:
Der Kaiserstein und das Klosterwappen, wo auch das Gipfelkreuz steht.

Saalfelden Nebelwald

Salzburg

An einem Wintertag südlich von den Leoganger Steinbergen.

Conrad Ferdinand Meyer:
Über schneebedeckter Erde blaut der Himmel, haucht der Föhn –
ewig jung ist nur die Sonne! Sie allein ist ewig schön!
Heute steigt sie spät am Himmel, und am Himmel sinkt sie bald –
wie das Glück und wie die Liebe hinter dem entlaubten Wald.

Seefeld Winter

Tirol

Was erzählt ein Ort über sich selbst, wenn er unter einer dicken Schneedecke liegt, die alles gleich aussehen lässt? Was verrät er von seiner Geschichte?
Hier in Seefeld begann der Aufstieg zum Handelszentrum im Mittelalter, als eine wichtige Verkehrsroute über die Hochebene zwischen Wettersteingebirge und Karwendel führte.
Im 14. Jahrhundert kamen Pilger dazu und machten Seefeld zum Wallfahrtsort.
Durch den Bau anderer Straßenverbindungen wurde es dann wieder ruhig bis Ende des 19. Jahrhunderts der Fremdenverkehr erneut Aufschwung brachte.
Das alles verschweigt der Ort unter der Schneedecke ebenso wie die Träume und Sehnsüchte seiner Bewohner.

Pflerscher Tribulaun

Tirol

Der Tribulaunkamm trennt das Tiroler Gschnitztal und das italienische Pflerschtal. Sein höchster Gipfel ist der Pflerscher Tribulaun.

Über diesen Koloss gibt es viele Geschichten.
Etwa die Sage vom Bergkönig, der einem verfolgten Bergmann Schutz gab, indem er eine tiefe Scharte in den Berg schlug.
Weshalb der Pflerscher Tribulaun im Volksmund auch „die Schaar“, also „die Schere“ heißt.
Oder die Erzählung von seiner Erstbesteigung. Bis 1874 galt der Dreitausender als unbezwingbar.
Erst in diesem Jahr schafften es drei wagemutige Kletterer auf seinen Gipfel. Zwei von ihnen angeblich barfuß.

Oberes Inntal

Tirol

Der Inn ist ein Dreiländerfluss. Bei Nauders überquert er die Grenze vom Oberengadin und fließt nun durch Tirol Richtung Bayern.
Der Flussabschnitt bis kurz vor Innsbruck, wo er die Melach aufnimmt, ist das Oberinntal.
Im Vergleich zu den nord- oder südalpinen Staulagen gibt es hier weniger Niederschlag. Grund dafür sind die steilen Bergflanken.
Sie machen das Oberinntal allerdings auch eng, sodass Siedlungen und Gewerbegebiete um den Platz konkurrieren.
Und das auch noch mit Straßen und Bahngleisen. Denn das Tal ist auch wichtige Ost-West-Verbindung.